SV Sonderhofen - SCM
Abschiedsspiel der Viererkette?
Sonderhofen – Vierter Spieltag in der Würzburger Kreisklasse. Bei schwülen Temperaturen empfing der Tabellen- Sechste aus Sonderhofen den Gast aus Mainsondheim, der gleichsam vor dem Spieltag der Tabellennachbar der Hausherren war.
Die Heimelf konnte am letzten Wochenende mit dem Sieg gegen die favorisierten Iphöfer am Schwanberg einen Achtungserfolg erzielen, während der Sportclub aus Mainsondheim einen Pflichtsieg gegen den Aufsteiger aus Biebelried feiern konnte.
Der SV ging als Gastgeber und aufgrund der vorausgegangenen Spiele als Favorit in die Partie.
Die Mainsondheimer kamen ungewöhnlich gut auf dem sehr engen Platz in die Partie gegen die Hausherren. Bereits in der fünften Minute tankte sich Friiitz über den rechten Flügel durch, steckte den Ball ins Zentrum zu Christoph Lung. Dieser behielt die Übersicht und bediente den startenden Maxi Günzel. Die Abwehr bekam den Ball nicht aus der Gefahrenzone und das Nachsetzen von Maxi Günzel wurde mit dem ersten Tor für den Neuzugang aus der SSV- Jugend belohnt.
Was jedoch in den nachfolgenden 25 Minuten passierte, war pure Arbeitsverweigerung des SC Mainsondheim. Bereits drei Minuten nach dem Führungstreffer stellte Johannes Haaf wieder auf Remis, nachdem er eine mustergültige Flanke ohne jede Gegenwehr zum 1:1 einnetzen konnte.
Von diesem Moment an kam nur noch der SV Sonderhofen. Das Aufbauspiel des SCM glich dem einer F- Jugend, die Fehlpassquote lag deutlich über 75% und von Spritzigkeit, Laufbereitschaft und Siegeswille sei an dieser Stelle überhaupt nicht die Rede. 50% der Mannschaft erwiesen sich in dieser Phase als Totalausfall, man hätte annehmen können, die Lust am Fußball wäre am Nullpunkt angekommen.
Folgerichtig war dann auch erneut nur fünf Minuten später die zwischenzeitliche Führung der Gäste egalisiert, nachdem erneut Johannes Haaf einen korrekt gegebenen Elfmeter zu Lasten von Rene Puchinger gegeben wurde. Doch auch die Entstehung des Elfmeters war symptomatisch für den Spielverlauf bis dato. 20 Meter vor dem Tor fühlte sich kein Spieler des SC Mainsondheim zuständig, den Gegenspieler an der Entfaltung seines Könnens zu stören und so konnte jener ungehindert den Pass in den Sechzehner schlagen, aus dessen Konsequenz der Elfmeter entstanden ist.
Der SCM fand quasi überhaupt nicht mehr statt, die Angriffsversuche waren zumeist ausrechenbar und leicht zu verteidigen, die wichtigen Zweikämpfe wurden fahrlässig verloren und auch im Luftkampf ernteten die Spieler des SCM kaum eine Erbse.
Umso überraschender war dann schließlich die Ausgleichschance für den SC Mainsondheim in der 37. Minute. Christoph Lung drang in den Sechzehner der Gastgeber ein und wurde völlig übermütig von seinem Gegenspieler zu Fall gebracht. Logische Konsequenz: Elfmeter!
Friiitz trat an, schickte das Leder mit 190km/h auf die Reise, jedoch zu unplatziert, so dass der Schlussmann Sonderhofens das Spielgerät über das Tor fausten konnte.
Angestachelt von der Parade ihres Keepers und eingeladen von der Defensivabteilung des SCM machten die Hausherren bis zum Halbzeitpfiff bereits den Laden dicht. Daniel Pfeuffer und Phillip Topf nutzen die kapitalen Stellungsfehler der Gäste rigoros aus und schraubten kurz vor der Halbzeit auf 4:1. Was sich jedoch der SC Mainsondheim hier erlaubte, war eine Unverschämtheit gegenüber jedem zahlenden und mitgereisten Zuschauer aus der Heimat.
Die zweite Halbzeit begann mit einer entscheidenden Umstellung in der Formation des SCM. Timo Katzenberger, der sich für den verletzten Patrik Mrugalla wieder ins Tor stellen musste, löste die desolate Viererkette auf und stellte auf das alte 3-5-2 System um, mit Libero und Manndeckern. Der SCM spielte fortan zwar nicht deutlich besser, doch zumindest die kapitalen Fehler verringerten sich deutlich.
Die Folgeminuten waren allerdings mit einem bekannten Sprichwort aus der Fußballwelt nicht treffender zu beschreiben: „ Der SCM konnte nicht und Sonderhofen wollte hier nicht mehr“
Im Abwärmprogramm gelang der Heimmannschaft schließlich nach einer guten Ecke noch das 5:1 durch Patrick Reuß (79.). Die alt bekannte Schwäche der Mainsondheimer nach Standards kam hier wieder ebenso zum Vorschein, wie der Wille, das ganze Spiel den Ball zu bekommen.
Christoph Lung betrieb in der 81. Minute nur noch Ergebniskosmetik, als er einen schnell ausgeführten Freistoß von Dominik Hofmann zum 5:2 einschob.
Ein hoch verdienter Sieg für den SV Sonderhofen, der von maßlos enttäuschenden Mainsondheimer nach kurzer Zeit nicht mehr gefährdet werden konnte. Die Kapitulation der gastierenden Mainsondheimer kam bereits in der ersten Halbzeit, als die Heimelf nach Lust und Laune begann, den SCM ohne Gegenwehr zu zerlegen.
Am kommenden Wochenende empfängt der SCM die fehlgestarteten Sommerhäuser im Kesselring- Sportpark. Ist bis dahin nicht die 180° Drehung in der Mannschaft gelungen, wird sich der SCM schneller wieder im gefürchteten Tabellenkeller wieder finden, als ihm lieb sein dürfte!
C.L.