Interview Maxi Günzel
Interview der Woche mit Maxi Günzel
Lunge: Maxi, als gebürtiger Mainsondheimer kommst du zur neuen Saison aus der Jugendabteilung des SSV Kitzingen nach Mainsondheim – gewissermaßen nach Hause. Wie kam es zu dieser Entscheidung?
Maxi: Es schlagen immer noch zwei Herzen in meiner Brust: das des SCM und des SSV. Ich habe während meiner Zeit beim SSV immer versucht, vor allem die Heimspiele des SCM mitzuverfolgen, weil mir einfach etwas an Mainsondheim liegt. Letztendlich fiel mir die Entscheidung, nach Mainsondheim zu gehen auch nicht sonderlich leicht. Ich habe jetzt sowohl die 1. Mannschaft des SSV, als auch die, des SCM kennen lernen dürfen. Die kameradschaftliche Atmosphäre und die diversen Persönlichkeiten an sich beim SCM sagen mir einfach eher zu. Außerdem sehe ich in dem Kader 2011/12 sehr viel Potential, um „oben“ mitzuspielen und ich hoffe, dass ich dazu meinen Teil beitragen kann.
Lunge: Mit Wolfgang Schneider hast du in der Siedlung einen versierten Taktiklehrer genießen dürfen. Welche Erfahrungswerte kannst du im Hinblick auf deine sportliche Entwicklung aus dieser Zeit mitnehmen?
Maxi: Wie du schon erwähnt hast sind Wolfgang Schneider, aber auch mein ehemaliger Jugendtrainer Jürgen Ketturkat taktisch sehr versierte Trainer. Aufgrund der athletischen Truppen (A-Jugend und 1.Mannsch.) war es den Trainern möglich, einen sehr schnellen und attraktiven Fußball zu spielen, bei dem die Viererkette die Hauptrolle übernahm. Ich genoss somit im Laufe der Jahre eine taktische Ausbildung, die sich auf Laufwege, Stellungsspiel und Spielzüge fixierte und mir eine fußballerische Basis bot, die ich hoffentlich auch beim SCM einbringen kann.
Ich will sagen, dass mein kompletter Erfahrungsschatz, was Fußball anbelangt, dem SSV zu verdanken ist.
Lunge: Beim SSV hast du überwiegend auf der Außenposition im Mittelfeld gespielt – eine vakante Position beim SCM, die letzte Saison nahezu ununterbrochen von Sven Gahn, Emanuel Kretzer und Stephan Hartner bespielt wurde. Wo siehst du dich in der Aufstellung des SCM und welche Chancen auf Einsatzzeiten rechnest du dir aus?
Maxi: Natürlich hat jeder Sportler Höhen und Tiefen, aber ich sehe mich in guter Form in der Stammformation. Es kommt natürlich auch auf das Spielsystem an: Da ich nämlich ein Spieler bin der eher offensive Akzente setzt und dementsprechend die Defensivarbeit nicht vollkommen wahrnehmen kann, muss die Defensive im Prinzip - als rein taktische Maßnahme - gestaffelt sein, um ein erfolgreiches Spiel zu gestalten.
Lunge: Mario Götze vom BVB und Jack Wilshere von Arsenal London zählen zu deinen sportlichen Vorbildern. Was begeistert dich an der Spielweise der beiden Youngster und was versuchst du dir davon abzuschauen?
Maxi: Wie du bereits richtig erkannt hast sind beide Youngsters, die sich ca. in meinem Alter befinden. Beide spielen schon in solch jungen Jahren in Top-Ligen, bei Top-Vereinen und dort spielen sie sogar Stamm und tragen enorm viel zu den Erfolgen ihres Teams bei. Sie sind also, wenn man so sagen will Leistungsträger, an denen noch die Eierschalen vom Schlüpfen hängen. Jack Wilshere begeisterte mich in dieser Saison vor allem durch seine Motivation, seinen Einsatz und seiner Begierde nach dem Ball. Dadurch schaltete er als 6er Spitzenspieler wie Andres Iniesta in der Champions League und viele andere aus. Mario Götze war einfach der Newcomer der Bundesligasaison, entschied so manches Spiel für den BVB und zauberte in hohem Tempo wie ein verrückter über die Außen. Außerdem ist seine Lieblingspostion mit meiner kongruent.
Lunge: Du bist einer von vier Neuzugängen des SC Mainsondheim, der unter 20 Jahren alt ist. Welche Vorteile bringt diese Verjüngung in deinen Augen für die nächste Saison?
Maxi: Erstmal finde ich, dass die Neuzugänge allgemein einer Mannschaft immer gut tun, da sie den Kader erweitern und somit für mehr Konkurrenzkampf sorgen, wodurch jeder Spieler mehr Leistung bringen SOLLTE, da er ja auch spielen möchte. Außerdem ist ein breiter Kader die beste Waffe gegen Verletzungen! Dies spricht natürlich auch für junge Neuzugänge. Der Vorteil junger Neuzugänge im Allgemeinen rührt einfach daher, dass die Jungen mehr "im Saft" stehen, somit spritziger und athletischer sind. Sie bringen einen neuen, frischen Schwung in die Mannschaft und sorgen auch dafür, die in gewissen Spielsituationen erforderte Schnelligkeit und das hohe Spieltempo (Konter, etc.) mitzugehen, so dass eine Mannschaft dementsprechend erfolgreicher sein kann. Die Jungen haben meist eine andere taktische Ausbildung genossen, die dann mit der der "Alten" und deren Erfahrung zu einem regen und effektiven Spielfluss führt.
Lunge: Der SC Mainsondheim konnte letzte Saison erst am letzten Spieltag den Klassenerhalt perfekt machen. Wo siehst du den SCM persönlich in der kommenden Saison bzw. was sollten die Ansprüche für die Spielzeit 2011/2012 sein?
Maxi: Wie ich schon in der ersten Frage erwähnt habe, sehe ich den SCM aufgrund seines eigentlichen Potentials keines Falls mehr im Abstiegskampf! Ich bin sogar der Meinung, dass, wenn sich das Team gut zusammenfügt und der Trainer noch etwas mehr Wert auf den taktischen also auch geistigen Bereich des Fussballs legt, der SCM um den Aufstieg, ja vllt. sogar um die Meisterschaft mitspielen muss.
Das Interview führte Christoph Lung.